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An die Einsamkeit - Johann Philip Krieger
Die Gambe - Duopartner und begleiter
Gedanken von Jakob Rattinger

KUNST DES KÜSSENS - ANDREAS HAMMERSCHMIDT

Captain Tobias Hume - a soldiers galliard
Ein kriegerischer Gentleman der besonderen Art


DUOVOICE2 - Eine Quadratur der Stimme
folgt demnächst
Brandneu – unsere erste Scheibe
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„An die Einsamkeit“ –
eine Einladung zum Meditieren von Johann Philip Krieger
„Einsamkeit, du Qual des Herzens“ – die ersten Zeilen von Johann Philip Kriegers Lied „An die Einsamkeit“ drücken den emotionalen Schmerz und die Qual aus, welche die Abgeschiedenheit hervorrufen kann. Die immer wiederkehrende Wiederholung des Wortes „Einsamkeit“ in Verbindung mit einem Ostinato in der Basslinie, ziehen den Schmerz, das alleine Sein, die Vereinsamung und die Qualen, die dadurch das Herz erleiden muss, ins Unendliche. Einsamkeit ist so in den ersten beiden Strophen von Kriegers Lied eine ewig verweilende und grenzenlose Bürde, von welcher man sich nicht trennen kann. Selbst der Versuch, zu scherzen, sich von der Pein zu lösen, bringt einen in die größte Not.
Wie im wahrhaften Leben bringt einem erst das Annehmen einer Situation die Lösung. So auch in Kriegers Lied. In der dritten Strophe wird die Einsamkeit angesprochen, sie wird akzeptiert und letztendlich gebeten, dem Glück seinen Lauf zu lassen, den Protagonisten nicht weiter aufzuhalten in seinem Tun.
Ein wunderbares Stück, von dessen Vielschichtigkeit in Wort und Musik wir heute noch viel für uns lernen können: Ruhe, Einsamkeit und Leere nicht als vermeintliche Feinde zu begreifen, sondern vielmehr als Chance, sich auf das Wesentliche zu besinnen, Freude und Glück im Kleinen zu sehen und anzunehmen, was ist.
Eine Einladung zum Meditieren.
Theresa Steinbach

Nürnberg – Geburtstadt von Johann Philip Krieger
(aus Schedelsche Weltchronik 1493) – Bildquelle: Wikipedia
An die Einsamkeit
Liedtext
Einsamkeit, du Qual der Herzen,
du verdirbst mir alle Lust.
Will ich nur ein wenig scherzen,
finden sich die größten Schmerzen
in der abgezehrten Brust.
Einsamkeit, du Qual der Seelen,
du betrübst mich bis in Tod:
Deine Pein ist nicht zu zählen,
wollt ich sie auch gleich verhehlen,
kam ich in die größte Not.
Einsamkeit, du Qual der Herzen,
halt mich doch nicht länger auf!
Siehst du nicht die Herzen scherzen
mit den schönsten Liebes-Kerzen?
Laß dem Glücke seinen Lauf.
Die GAMBE als Duopartner und Begleitinstrument
Die Viola da Gambe, kurz Gambe genannt, macht ein besonderer Reichtum aus:
Einerseits ist sie bestens geeignet, auf delikate Weise Kammermusik zu begleiten, was durch ihre akkordischen Möglichkeiten – also die Möglichkeit Harmonien zu spielen – noch verstärkt wird.
Andererseits war sie eines der wichtigsten Soloinstrumente in Barock und Renaissance, wovon unzählige Kompositionen der Zeit zeugen.
Doch dann kommt noch ein dritter Aspekt hinzu: Die Gambe galt von jeher als Instrument, das der menschlichen Stimme besonders nahekommt. Von einem gehauchten Flüstern in Violinlage bis hin zu sonoren Bassklängen – ähnlich einem Sarastro. Die Gambe verfügt über ein großes Spektrum an Farben.
Das Konzept dieses Ensembles, eine Sopranistin mit einer Gambe ohne weitere Instrumente wie Lauten, Theorben, Cembali, Orgeln und anderen zu begleiten, ist ein herausforderndes Abenteuer.
Natürlich hat es diese Besetzung bei einzelnen Stücken im Konzert schon gegeben. – Sehr gerne denke ich hier an legendäre Momente von Jordi Savall und Montserrat Figueras zurück. – Ein durchgängiges Konzept nur mit Gambe und Gesang ist aber recht einmalig und nimmt mit auf eine Reise zu neuen, unbekannten Welten.
Und was gäbe es für eine bessere Reisepartnerin als Theresa Steinbach, die mit ihrem erfrischenden Charakter und ihrer spontanen Lebendigkeit jederzeit bereit ist, Musik neu zu denken und im Hier und Jetzt zu erleben.
Jakob D. Rattinger

Jakob David Rattinger

7 Saitge Gambe
Kunst des Küssens
von Andreas Hammerschmidt
„Die Kunst des Küssens“ – ein Ratespiel von Andreas Hammerschmidt
Ich weiß ja nicht, wie viele Arten des Küssens Sie kennen, aber sicherlich können Sie bei Andreas Hammerschmidt noch einiges lernen. Sollten Sie also glauben, dass es in der Barockzeit immer anständig zuging, werden Sie in seinem Lied „Die Kunst des Küssens“ eines Besseren belehrt. Hammerschmidt erzählt hier, auf welche verschiedenen Weisen man küssen kann, von langsam über schnell, feucht, laut oder leise, jeder solle für sich selbst entscheiden, welche Art die seine sei. So gehen Sie doch einmal heimlich im Kopf durch, wie viele Arten Sie kennen, und dann hören Sie in Hammerschmidts Lied rein. Zählen Sie ruhig mit, wie viele Kussgestaltungen er kennt, vielleicht lernen Sie dazu.
Theresa Steinbach
Kunst des Küssens
Liedtext
Nirgend hin als auf den Mund,
da sinkt’s in des Herzens Grund,
nicht zu frei, nicht zu gezwungen,
nicht mit gar zu fauler Zungen.
Nicht zu wenig, nicht zu viel,
beides wird sonst Kinderspiel,
nicht zu laut und nicht zu leise,
beider Maß ist rechte Weise.
Nicht zu nahe, nicht zu weit,
dies macht Kummer, jenes Leid,
nicht zu langsam, nicht zu schnelle,
nicht ohn Unterschied der Stelle.
Nicht zu harte, nicht zu weich,
bald zugleich, bald nicht zugleich,
nicht zu trocken, nicht zu feuchte,
wie Adonis Venus reichte.
Halb gebissen, halb gehaucht,
halb die Lippen eingetaucht,
nicht ohn Unterschied der Zeiten,
mehr allein, denn bei den Leuten.
Küsse nun ein Jedermann,
wie er weiß, will, soll und kann.
Ich nur und die Liebste wissen,
wie wir uns recht sollen küssen.
Captain Tobias Hume
In dem Vorwort seiner 1605 gedruckten Sammlung „First Part of Ayres“ nennt er sich selbst einen Gentleman:

Tobias Hume war nicht nur ein begabter Gambenspieler, der als Witzbold bekannt war (so veröffentlichte er zum Beispiel eine Komposition, bei der sich 2 Gambenspieler ein Instrument teilen, indem der eine Spieler auf dem Schoß des Anderen sitzt.),
sondern auch aktives Mitglied in der Armee.
Seiner soldatischen Karriere kann man auch in Stücken mit Titeln wie „A soldiers resolution“ oder eben der hier aufgenommenen „A soldiers Galliard“ nachspüren.
Ein illustrer englischer Lebemann an der Epochenwende zwischen Renaissance und Barock.
Jakob David Rattinger
A soldiers Galliard

Bildquelle: Wikipedia